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Historisches Plön

Die Altstadt

Der Bahnhof

Mit Einweihung des heute Denkmal geschützten Bahnhofs wurde Plön 1866 an das Schienennetz angebunden.  Das hölzerne Vordach gehörte ursprünglich zur „kaiserlichen Haltestelle“, 1896 unterhalb des Schlossparks für die Familie Wilhelm II. gebaut, dessen Söhne im Prinzenhaus des Plöner Schlossgebiets erzogen wurden.

Die Zwölf Apostel
Bis 1690 wurde das Bauen außerhalb des Lübecker Tores nur ausnahmsweise gestattet. Aus jener Zeit dürfte das lang gestreckte, unterhalb der Straße “Krabbe“ gelegene Gebäude, im Volksmund als „Zwölf Apostel“ bezeichnet, stammen. Dessen zwölf „Reihenhausscheiben“ wiesen ursprünglich nicht einmal 30 m² Wohnfläche auf und waren damit für ärmere Familien vorgesehen.

Die Stadtschwentine
Nicht nur die Lage zwischen den Seen, sondern auch der Lauf der Schwentine, „heiliger Fluss“ der Slawen, prägten entscheidend die Siedlungsgeschichte Plöns. Die so genannte Stadtschwentine, wahrscheinlich als Kanal künstlich angelegt, begrenzte die Altstadt nach Osten. Zuerst hinter , später vor der Brücke Stand das Lübecker („Lübsche“) Tor, einer beiden Stadtzugänge. Ungefähr im Bereich des jetzigen Stauwehres wurde Jahrhunderte lang die Wasserkraft für Korn-, Walk- und Papiermühlen genutzt.

Die Nikolaikirche
Der massive Backsteinbau mit seinen 60 m hohen Turm ersetzte 1866-68 eine zuvor nach Blitzschlag abgebrannte Barockkirche. Dem Geschmack der Zeit folgend, orientierte sich die Architektur nach den Plänen von H.G. Krüger an mittelalterlichen Stilelementen der Romanik und Gotik, wobei Reste der nach dem Brand erhalten gebliebenen Grundmauern mit einbezogen wurden. Seit 1689 besitz die Kirche damit die Grundrissform eines Kreuzes, entsprechend der Kreuzigung Jesus.
Die Kirche hat ein ausgemaltes Tonnengewölbe, welches seitlich auf hölzernen Knaggen abgestützt ist und mit über tausend goldenen Drei- und Vierecken versehen ist, gleich einem Sternenhimmel. Zudem sind die fünf Glasfenster wie auch die drei Wandgemälde beachtenswert.
Die Räumlichkeit der Kirche ist heute häufig Veranstaltungsort für Orgelkonzerte.
Öffnungszeiten: ganzjährig 09.00 - mind.17.00 Uhr

Das Rathaus

An der Architektur deutlich zu erkennen, sind zum heutigen Plöner Rathaus zwei historische Gebäude verbunden und modernisiert worden. Während der Backsteinbau bereits seit seiner Fertigstellung 1817 die Stadtverwaltung, später auch das Amtsgericht, aufnahm, diente das hintere Gebäude früher als Gymnasium.
Obwohl infolge starker Verwitterung des Muschelkalks recht alt anmutend, wurde der vor dem Rathausportal stehende „Gänselieselbrunnen“ erst 1922 gestaltet.
Öffnungszeiten:
Mo., Mi., Do. 08.00 - 16.00 Uhr
Di.              08.00 - 18.00 Uhr 
Fr.  08.00 - 12.00 Uhr 





Die Klosterstraße und Twieten
Im Bereich Lange Straße, Schlossberg und Klosterstraße hat sich die Atmosphäre des alten Plön noch am besten erhalten. Die Straßenzüge sind durch schmale Gassen, Twieten genannt, miteinander, aber auch mit dem Großen Plöner See verbunden. Aus dem See wurde früher das Trink- und Brauchwasser geholt. Twieten dienten dementsprechend auch als Löschwege, da die Häuser zur damaligen Zeit oft sehr nah beieinander standen und sehr schnell Feuer fingen. Öffentliche Wasserpumpen gab es erst zu Anfang des 19.Jahrhunderts.- Die Klosterstraße weist auf ein Nonnenkloster des 15./16. Jahrhunderts hin, von dem jedoch keine Reste erhalten geblieben sind.

Das alte Finanzamt
Das alte Finanzamt befindet sich an der Westseite der Nikolaikirche zwischen Klosterstraße und Schlossberg. An dieser Stelle ließ Dorothea Christine von Aichelberg, Mutter von Herzog Friedrich Carl, 1746 ein Waisenhaus errichten, bestehend aus zwei Gebäuden. Das der Klosterstraße zugewandte Gebäude beherbergte die Jungen, das dem Schlossberg die Mädchen. 1880 wurden die Gebäude abermals grundlegend saniert. Doch schon 1913 diente es nicht mehr als Waisenhaus. Eine Kreditgesellschaft kaufte das südliche Gebäude, ein Mineralwasserfabrikant nutzte das nördliche für seine Zwecke.
1926 entstand an dieser Stelle ein ganz neues Haus, das man heute als altes Finanzamt kennt. Zu Anfang waren hier das Zollamt, das Katasteramt und das Finanzamt untergebracht. Bis zuletzt 2002 diente es dem Finanzamt als Arbeitsstelle. Dieses wiederum hat seien neuen Platz im Oststadtteil Stadtheide. Das alte Finanzamt wurde ebenfalls wie das Plöner Schloss an die Fielmann Akademie verkauft, die nun ihre Optiker-MeisterschülerInnen darin unterbringen möchte.


Die Lange Straße (Fußgängerzone)
Der Verlauf der langen Straße ist seit dem Mittelalter nahezu unverändert geblieben. Ursprünglich standen alle Häuser Platz sparend mit der Giebelseite zur Straße. Auch weil sich die Höhe der Steuern nach der straßenseitigen Gebäudebreite richtete, waren schmale Häuserfronten von Vorteil. Leider gingen ging ein Großteil der historischen Bausubstanz besonders im Umfeld des Marktplatzes in den 60er und 70er Jahren des 20 Jahrhunderts verloren. Bis zur heutigen Zeit wurden bereits viele der noch vorhandenen alten Gebäude in der Langen Straße renoviert oder so weit möglich im traditionellen Stil erneuert, die z.T. einem Brand zum Opfer fielen.

Der Wentorfer Torangelstein
Vor dem Eingang liegt als einziges Relikt des Wentorfer Stadttores einer der Scharniersteine, tief eingefräst vom Druck der Torangel.
Das Torgebäude stand in Höhe des Beginns der heutigen Fußgängerzone, um die Stadt nach Westen zu sichern. Der Name weist auf ein früheres Dorf der slawischen Wenden hin, das sich im Mittelalter hier vor der Stadt befand.

Die Neustadt

Die Alte Apotheke
Das repräsentative Gebäude gehört zu den ältesten der Stadt. Um 1540 als Adelssitz vor der Stadt errichtet, stiftete es Herzog Johann Adolf als Waisenhaus für 24 Kinder 1685 der Neustadt. Es diente dann vielen Adelsfamilien und hohen Beamten des herzoglichen Hofes als Wohnsitz, um anschließend für über 100 Jahre die Wohn- und Geschäftsräume des Plöner Hofapothekers aufzunehmen.
Mehrere Umbauten im Stil der zeit haben ihre Spuren hinterlassen. So weist der Saal im ersten Stock noch reichhaltige Stuckornamente des Rokoko auf, während die Fassade in der Architektur des Klassizismus gehalten ist.
Nach dem Ankauf durch den Kreis Plön 1977 grundlegend saniert, zeigt seit 1982 das Museum des Kreises Plön in der „Alten Apotheke“ seine Ausstellung.

Johannisstraße 1, Plön
Tel.: 0 45 22 / 744-391; Fax -393
Email: post@kreismuseum-ploen.de
Homepage: www.kreismuseum-ploen.de
Öffnungszeiten:
18.03.-30.09. Di - So 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
01.10.-17.03. Di - Sa 14.00 - 17.00 Uhr



Die Johannisstraße
Die hier mit dem Bau von 26 kleinen Handwerkshäusern 1685 von Johann Adolf gegründete so genannte Neustadt unterstand direkt dem Herzog und gehört erst seit 1847 kommunalrechtlich zu Plön.
Gebäude aus der Herzogzeit sind nicht mehr erhalten, unverändert blieb jedoch die gerade auf das Schloss zulaufende Sichtachse der Johannisstraße als Zeichen der Zugehörigkeit zum Fürstentum. Bis zur Errichtung der Brückenkonstruktion 1985 diente sie als Hauptdurchgangsstraße.


Die Johanniskirche
Mit dem Jahre 1685 von Herzog Johann Adolf errichteten Fachwerkbau erhielt die Neustadt eine eigene Kirche. Anfang des 19. Jahrhunderts noch vom Abriss bedroht, wurde die ursprünglich im schlichten Barock gehaltene Kirche einige Jahrzehnte später neugotisch überformt, konnte aber ihre besondere Atmosphäre bewahren.
Öffnungszeiten: Wochenenden unter Aufsicht Juni - August

Sa. 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
So. 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr 

Eine weitere Möglichkeit ist...

der Aussichtsturm.
Der bedeutendste und auch heute noch geöffnete Aussichtsturm wurde auf dem 70 m hohen Parnass 1888 vom Plöner Verschönerungsverein gebaut. Nachdem er einige Jahre wegen Baufälligkeit gesperrt war, wurde er 1985 mit Unterstützung eines privaten Vereins von der Stadtverwaltung wieder instand gesetzt. Von hier aus bietet er bei guter Sicht einen herrlichen Blick über Plön Richtung Süden.

Öffnungszeiten von April bis Oktober täglich geöffnet von 09.00 - 19.00 Uhr, kostenfrei.